Was macht Corona mit meiner Altersvorsorge?

April 24, 2020

Was macht Corona mit meiner Altersvorsorge?

Die Corona-Krise hat voll eingeschlagen und die meisten von uns sind wirtschaftlich und finanziell betroffen. Ob Arbeitnehmer in Kurzarbeit oder Freelancer mit Auftragsflaute: Fast jeder bangt um sein Einkommen – und um seine Rente aka Altersvorsorge. Denn so sehr sich Politik und Unternehmen bemühen, die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf Wirtschaft, Arbeit, Betriebe und Rente abzufedern, der teilweise massive Arbeitsausfall und die reduzierte Arbeitszeit bereiten nicht nur Selbstständigen sondern auch Beschäftigten Kopfschmerzen. Nachdem wir bereits Freiberuflern wertvolle Tipps gegeben haben, um gut durch die Krise zu kommen, wollen wir heute den Arbeitnehmern unter Euch Mut machen, nach vorne zu schauen: Was bedeutet Kurzarbeitergeld für deine Rente und wie kannst du dich – auch in Krisenzeiten – zusätzlich privat für deine Altersvorsorge absichern? Wir beantworten die brennendsten Fragen.

1. Welchen Einfluss hat die Kurzarbeit auf die gesetzliche Rente?

Muss ich mir Sorgen um meine Rente machen? Eigentlich sollte die Frage eher lauten: Habe ich mir bisher Sorgen um meine Rente gemacht? Rentenkürzungen wurden vom Deutschen Bundestag nach der großen Wirtschaftskrise 2008 durch die sogenannte Rentengarantieklausel ausgeschlossen. Diese Klausel schützt Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, vor Verlusten. Dass die gesetzliche Rente stagniert und Rentenerhöhungen in den nächsten Jahren nicht zu erwarten sind, ist jedoch nicht erst seit der Corona-Krise Thema – Stichwort „Rentenlücke“. Insofern haben wir Arbeitnehmern auch schon lange vor Corona-Zeiten ans Herz gelegt, sich um eine zusätzliche private Altersvorsorge zu kümmern (siehe Punkt 4).

Trotzdem stellen sich Beschäftigte in Kurzarbeit berechtigterweise die Frage, ob ein durch Kurzarbeitergeld bedingtes geringeres Einkommen einen spürbaren Einfluss auf die Rentenansprüche haben wird. Dazu ein Rechenbeispiel, dass die Deutsche Rentenversicherung auf Ihrer Website aktuell ausgibt: Wenn du gesetzlich rentenversichert und von Kurzarbeit betroffen bist, wirkt sich das nicht nur auf deinen Verdienst, sondern auch auf deine Rentenbeiträge aus. Die Beiträge für deine Altersrente werden auf Basis des reduzierten Lohns berechnet. Allerdings ist dein Arbeitgeber dazu verpflichtet, während der Kurzarbeit deine Rentenbeiträge um 80% deines verminderten Gehalts aufzustocken. Das heißt: Wenn du bislang ein monatliches Gehalt in Höhe von 3.000 Euro brutto erhalten hast und sich dein Lohn während der Corona-Krise auf 1.800 Euro brutto monatlich verringert, lassen sich deine aktuellen Rentenversicherungsbeiträge wie folgt berechnen: 1.800 Euro + 80% x 1.200 Euro (fiktiver Anteil) = 2.760 Euro. Von diesen errechneten 2.760 Euro werden Beiträge in Höhe von 18,6 Prozent abgeführt. Die negativen Auswirkungen auf deine späteren Rentenansprüche werden durch dieses Vorgehen also deutlich abgefedert und sind nur geringfügig spürbar, selbst wenn du über einen längeren Zeitraum mit einer verkürzten Arbeitszeit und Kurzarbeitergeld rechnen musst.

2. Was passiert mit meiner betrieblichen Altersvorsorge?

Du hast eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge oder eine Riester-Rente? Eine bAV oder ein klassischer Riester-Vertrag sind üblicherweise mit einer Beitrags- oder Zinsgarantie verbunden. Heißt: Du solltest mindestens das wieder rausbekommen, was du bislang eingezahlt hast. Wenn der Arbeitgeber die betriebliche Zusatzrente ganz oder teilweise alleine zahlt, könnte es zwar theoretisch passieren, dass das Unternehmen die Zahlungen nicht mehr leisten kann. Da die Vorschriften in Deutschland für das Nichteinhalten von Garantien aber extrem streng sind, brauchst du dir eigentlich keinen Kopf machen. Denn nur dann, wenn dein Arbeitgeber eine nachhaltige und dauerhafte Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation seines Unternehmens nachweisen kann, kann es passieren, dass die Beiträge gekürzt werden. Doch selbst dann ist das Risiko eines Totalausfalls nicht wirklich hoch: Schlimmstenfalls wird der Vertrag zeitweise auf Null gesetzt und wird nach dem Ende Kurzarbeit wieder regulär aufgenommen.

3. Soll ich jetzt mein ganzes Geld auf ein Sparkonto legen?

Sparen macht arm – diese provokante These haben wir ebenfalls schon lange vor der Corona-Krise aufgestellt. Denn die Zinsen befinden sich schon seit Jahren in einem Rekordtief. Nun wird die Corona-Krise vermutlich nicht dazu beitragen, dass sich diese Situation ändert – eher das Gegenteil wird der Fall sein. Wenn du also wie ein Großteil der deutschen Arbeitnehmer neben der gesetzlichen Rente nur auf eine vermeintlich sichere Geldanlagen wie Sparkonto, Tagesgeld und Festgeld setzt, wirst du nicht viele Prozente (sprich Rendite) aus deinem ersparten Geld für deine private Altersvorsorge rausholen können. Die Zinsen sind nämlich so niedrig, dass du damit kaum die Inflationsrate decken kannst. Annabel Oelmann, die im Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen sitzt, bringt es auf den Punkt: „Eine Zinserhöhung im Sparbereich wird es aller Voraussicht nach auch in den nächsten zwei, drei Jahren nicht geben.“ Und die Europäische Zentralbank hat ebenfalls noch einmal bekräftigt, dass die Leitzinsen auf niedrigem Niveau bleiben werden – ein Ende der Niedrigzinspolitik ist also nicht in Sicht.

4. Privat vorsorgen trotz Corona-Krise?

Kann die Corona-Krise auch eine Chance für meine private Altersvorsorge sein? Wir sagen: ja, kann sie. Wenn du auf die richtige Geldanlage setzt. Gerade jetzt lohnt sich ein Einstieg in den Aktienmarkt. Die Kurse sind niedrig und mit einem langfristigen Anlagehorizont (von dem du bei deiner Altersvorsorge per se ausgehen kannst ;-) sowie mit einer breit gestreuten Anlage wie dem Vantik Fonds kannst du eigentlich nur gewinnen. Denn – das haben wir schon hier geschrieben und das sagen auch ausgewiesene Finanzexperten – langfristig gesehen haben sich die Börsen nach jedem Crash wieder erholt und die Aktienkurse sind trotz mehrmaligen krisenbedingten Einbrüchen seit 2000 immer weiter gestiegen. Heißt: Selbst wenn du den Gürtel gerade etwas enger schnallen musst (um mal ein altes Sprichwort zu zitieren) und gerade weniger Geld für die Altersvorsorge zur Verfügung hast, kannst du mit weniger Investment später mehr gewinnen. Oder wie Verbraucherschützerin Annabel Oelmann es ausdrückt: „Wenn man sich die Kursverläufe über die vergangenen zehn, 15 Jahre anguckt, sind viele Anleger mit ihren Depots auch jetzt noch im Plus. Obwohl die großen Indizes kurzfristig um fast 30 Prozent runtergegangen sind“.

Wenn du neben deiner staatlichen Rente bereits in eine private Altersvorsorge investierst, dann ist eins ganz wichtig: Steig jetzt bloß nicht aus. Normalerweise sollte es möglich sein, die Beiträge zu verringern oder die Zahlungen für die Altersvorsorge sogar ganz zu pausieren, bis es die Situation dir wieder erlaubt, regelmäßig zu sparen. Selbst bei eher unflexiblen Produkten wie Riester-Rente oder Rürup-Rente kann kannst du deine Beiträge eine Zeit lang anpassen. Um sicherzugehen, dass dir durch eine Anpassung keine hohen Kosten entstehen, solltest du dich jedoch einmal durch das komplexe Vertragswerk wühlen. Falls du dein Geld bereits in Fonds (wie Vantik) oder andere Wertpapiere investiert hast, dann behalte jetzt bloß die Nerven – und deine Anlagen. Ein Verkauf in Krisenzeiten ist gar keine gute Idee, denn der bringt dir nichts außer Miese. Wie bereits geschrieben, ist es sehr, sehr wahrscheinlich, dass sich die Börsen wieder erholen werden. Heißt: Deine Verluste werden sich wieder ausgleichen – wir sind da ganz sicher.

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Matthias Rodenbücher
Matthias kümmert sich als Head of Operations darum, dass bei Vantik alles reibungslos läuft. Er möchte mit Vantik das Thema Altersvorsorge endlich aus der “Schmuddelecke” holen und für Alle zugänglich machen.

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