Was du über die gesetzliche Rente unbedingt wissen solltest

May 13, 2020

Was du über die gesetzliche Rente unbedingt wissen solltest

Das Thema Rente geht uns alle an – deshalb wollen wir dir helfen, aus furchtbar kompliziert einfach verständlich zu machen. Danach bist du nicht nur schlauer, sondern kannst für dich entscheiden, welche zusätzliche Altersvorsorge für dich am besten passt. Denn dass die gesetzliche Rente für uns nicht mehr ausreichen wird, um unseren gewohnten Lebensstandard halten zu können, ist kein Geheimnis. Trotzdem bietet die staatliche Rente eine gute Grundvorsorge für Arbeitnehmer. Alles was du über die gesetzliche Rentenversicherung und die Basisrente wissen musst, haben wir in diesem Artikel für dich zusammengefasst.

Wie funktioniert das deutsche Rentensystem?

Wer in Deutschland Arbeitnehmer ist, zahlt in die gesetzliche Rentenkasse ein. Selbstständige hingegen müssen nichts einzahlen, bekommen dafür aber auch im Ruhestand keine gesetzliche Rente. Freiberufler müssen sich also grundsätzlich um ihre Altersvorsorge privat kümmern (auch wenn sie sich dafür entscheiden, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen). Die gesetzliche Altersvorsorge wird auch für Arbeitnehmer später zwar nicht alle deine Kosten abdecken können, aber sie sorgt immerhin für deine Grundsicherung im Alter. Ein weiterer großer Vorteil der gesetzlichen Rentenversicherung ist, dass deine Familie bis zu einem gewissen Grad durch die Witwer/n- und Waisenrente abgesichert sind, sollte dir etwas vor deinem 67. Lebensjahr zustoßen. Außerdem sind die von dir eingezahlten Rentenbeiträge vor Hartz-IV-Pfändung und privater Insolvenz sicher. Dennoch empfehlen wir dir, die gesetzliche Rente mit einer privaten Altersvorsorge zu kombinieren, damit du deinen Ruhestand in finanzieller Freiheit genießen kannst.

Wie berechnet sich die staatliche Rente?

Die voraussichtliche Höhe der gesetzlichen Rente wird über sogenannte Entgeltpunkte berechnet. Jedes Jahr, in dem du in einer Festanstellung arbeitest, sammelst du Entgeltpunkte. Genau einen Entgeltpunkt pro Jahr bekommt, wer das Durchschnittsjahresgehalt aller deutschen Arbeitnehmer erhält. In 2020 wurde dieses vorläufig auf 40.551 Euro brutto festgesetzt, d.h. wenn du dieses Jahr genau 40.551 Euro verdienst, dann bekommst du von der Deutschen Rentenversicherung genau einen Entgeltpunkt gutgeschrieben. Dieser Entgeltpunkt ist aktuell 33,05 Euro (West) oder 31,89 Euro (Ost) pro Monat wert. Wenn dein Einkommen höher ist, bekommst du mehr, wenn du weniger als der Durchschnitt verdienst, bekommst du weniger. Die Deutsche Rentenversicherung schickt dir jedes Jahr einen Rentenbescheid in dem steht, wie viele Entgeltpunkte du bereits gesammelt hast und wie viele es – sollte deine Einkommenssituation sich nicht verändern – zu deinem Renteneintritt mit 67 Jahren sein werden.

Wie hoch ist mein Rentenbeitrag und wie hoch der meines Arbeitgebers?

Der aktuelle Rentenbeitragssatz liegt seit 2018 unverändert bei 18,6 Prozent – und das wird sich bis 2022 auch nicht ändern. Hier gilt die 50-50-Regel: Du zahlst 9,3 Prozent deines Bruttogehalts in die Rentenkasse ein und dein Arbeitgeber legt noch mal 9,3 Prozent deines Bruttogehalts drauf. Wenn du also 40.000 Euro brutto im Jahr verdienst, dann bezahlst du jährlich 3.720 Euro in die Rentenkasse ein und dein Arbeitgeber auch noch mal so viel.

Wie viel gesetzliche Rente kann ich erwarten?

Auf der Website der Deutschen Rentenversicherung kannst du deine voraussichtliche Rentenhöhe mit einem einfachen Rentenrechner schätzen. Dafür gibst du im Rentenschätzer die Anzahl der (zu erwartenden) Entgeltpunkte an (der Einfachheit halber sind hier nur ganze Zahlen möglich), dein Alter zu Renteneintritt (z.B. Zugangsfaktor 1 Regelaltersgrenze) und wählst den Rentenwert aus (West/Ost) sowie den Rentenfaktor (z.B. Renten wegen Alters 1,0) aus. Angenommen dein Einkommen entspricht tatsächlich jedes Jahr dem deutschen Durchschnittsverdienst, du arbeitest 45 Jahre und gehst mit 67 in Rente, dann sollte deine monatliche Rente bei 1.487,25 Euro liegen.

Was ist der größte Nachteil der gesetzlichen Rente?

Der Nachteil der gesetzlichen Rente ist, dass – sobald du einmal Geld in die Rentenversicherung eingezahlt hast – es im schwarzen Rentenloch verschwindet und zwar solange, bis du in den Ruhestand trittst. Du kannst dir bereits geleistete Beiträge in der Regel nicht vorher auszahlen lassen. (Unmöglich ist es nicht, du kannst die Erstattung von Beiträgen zum Beispiel dann beantragen, wenn du deinen Lebensmittelpunkt ins Ausland verlegst.) Die gesetzliche Rente bietet also eine hohe Sicherheit aber keine Flexibilität.

Was ist die Rentenlücke?

Eigentlich ist die gesetzliche Rente nicht so schlecht? Stimmt, wenn du dich nicht allein auf die staatliche Altersvorsorge verlässt. Denn – wir haben es schon erwähnt – das Geld wird nicht reichen, wenn du deinen gewohnten Lebensstandard halten willst. Diese Differenz heißt „Rentenlücke“ und die solltest du im Idealfall mit einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge stopfen. Warum aber gibt es überhaupt diese Lücke? Ganz einfach: Die Deutschen werden älter – und weniger. Es gibt weniger Kinder und der medizinische Fortschritt sorgt dafür, dass die Generationen unter 50 heute im Durchschnitt zwischen 90 und 100 Jahren alt werden. Laut OECD kommen schon heute auf 100 Werktätige 35 Rentner. 2050 werden es schon 59 Rentner sein. Das heißt, dass der Rententopf immer kleiner wird und der Staat diesen bezuschussen muss mit Geld, dass für Schulen, Krankenhäuser oder für die Verbesserung der Infrastruktur gedacht war.

Was ist als Freiberufler anders?

Wie schon geschrieben müssen Selbstständige nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sie können es aber freiwillig tun. Wenn du eine sehr sichere Variante mit einer vergleichsweise hohen Rendite von aktuell 2 bis 3 Prozent willst, dann ist diese Option gar nicht so verkehrt. Allerdings kommst du – wie bei der Rürup-Rente auch – nicht vor Rentenbeginn an dein Geld und du kannst dir das angesparte Kapital auch nicht als Einmalbetrag später auszahlen lassen. Der größte Vorteil ist – ganz klar – dass du im Gegensatz zu einem Rürup-Vertrag vor Hartz-IV-Pfändung und Insolvenz geschützt bist und in deinem Todesfall deine Familie ohne Zusatzversicherung abgesichert ist.

Bei der freiwilligen gesetzlichen Versicherung kannst du einen Monatsbeitrag ein- bis zwölfmal im Jahr in die gesetzliche Kasse einzahlen. Die Höhe des Beitrags kannst du zwischen dem monatlichen Mindest- und Höchstbeitrag von aktuell 84 Euro bis 1.209 Euro frei wählen. Wenn du zuvor als Arbeitnehmer weniger als fünf Jahre in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hast, solltest du das als Freelancer so oder so freiwillig tun, denn sonst verfallen deine bisher erworbenen Rentenansprüche aus der kurzen Zeit als Arbeitnehmer.

Mit der Rürup-Rente wurde eine Art alternative Ersatzrente für Freiberufler geschaffen. Diese Basisrente für Selbstständige kann man allerdings nicht mit der gesetzlichen Grundrente vergleichen, denn ein Rürup-Vertrag lohnt sich in der Regel nur dann, wenn du als Freiberufler dauerhaft mit einem hohen Einkommen rechnen kannst. Denn dann kannst du deine monatlichen Rürup-Beiträge teilweise von der Steuer absetzen. Allerdings musst du später deine monatlichen Rentenzahlungen versteuern und du bist nicht vor Pfändungen geschützt.

Welche Möglichkeiten habe ich, um meine persönliche Rentenlücke zu schließen?

Du kannst eine private Rentenversicherung abschließen, in Wertpapiere oder Immobilien investieren, eine betriebliche Altersvorsorge abschließen – oder aber du sparst mit Vantik fürs Alter. Das bringt dir eine gute Rendite, ist dabei weniger riskant als Aktien und weniger teuer als Immobilien. Dank des Sicherheitspuffer sind deine Einlagen zu Rentenbeginn zusätzlich abgesichert. Und du kannst das Ganze selbstbestimmt über die Vantik App managen. Mehr zu den unterschiedlichen privaten Altersvorsorge-Möglichkeiten findest du übrigens in unserem Blogartikel zur privaten Rentenversicherung.


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Matthias Rodenbücher
Matthias kümmert sich als Head of Operations darum, dass bei Vantik alles reibungslos läuft. Er möchte mit Vantik das Thema Altersvorsorge endlich aus der “Schmuddelecke” holen und für Alle zugänglich machen.

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