Wie du als Freiberufler gut durch die Krise kommst

March 22, 2020

Wie du als Freiberufler gut durch die Krise kommst

Das neuartige Coronavirus (auch unter SARS-CoV-2 oder COVID-19 bekannt) hat die weltweite Wirtschaft infiziert und das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Besonders hart trifft es freiberuflich Arbeitende, denn die müssen für ihren Tätigkeitsausfall selbst aufkommen. Ein schnelles Ende ist vorerst nicht in Sicht, d.h. Freiberufler müssen mit weiteren Verschiebungen oder sogar Stornierungen ihrer Aufträge rechnen. Das wichtigste ist jetzt: nach vorne schauen. Das ist aber noch nicht alles, was du tun kannst, wenn du freiberuflich arbeitest. Wir haben fünf wertvolle Tipps und Informationen für Freiberufler, Selbstständige und Kleinunternehmer, die dir helfen können, möglichst gut (und hoffentlich unbeschadet) durch die COVID-19-Krise zu kommen.

1. Kosten senken

Normalerweise haben Freelancer zwei Hebel, um das Fortbestehen ihrer selbstständigen Tätigkeit zu sichern: Kosten reduzieren oder Einkommen erhöhen. Da Letzteres seit dem Ausbruch des Coronavirus und der Wirtschaftskrise, die sich seit März 2020 zunehmend ausweitet, eher schwierig ist, sollten Freiberufler vor allem zuerst prüfen, welche ihrer variablen Kosten kurzfristig gekürzt werden können. Du solltest deine Miet- und Leasingverträge prüfen und diese (falls möglich) aussetzen oder Abschläge aushandeln. Sieh dir am besten auch deine Kontoübersicht der letzten Wochen genauer an. Kannst du Abonnements von Zeitschriften aussetzen? Benötigst du noch alle Software-Abos, für die du monatlich zahlst? Kannst du deinen Vertrag im Fitnessstudio stilllegen (da darf man ja gerade ohnehin nicht trainieren)? Auch sollten Freiberufler unbedingt nachsehen, ob sie ihre Altersvorsorge oder Sparpläne pausieren können (siehe Punkt 5).

Gehe immer vom Worst Case aus und kalkuliere einen Umsatzausfall, der sich gegebenenfalls sogar über ein paar Monaten hinzieht. Aktuell gehen Expertenschätzungen (z.B. Experten des Robert-Koch-Instituts, Virologen, Mitarbeiter des Auswärtigen Amts und Wirtschaftsexperten), wie lange die Ausnahmesituation dauern wird, nämlich weit auseinander. Ebenso wie wir nicht wissen, wie viele Menschen sich mit dem Coronavirus infiziert haben, wissen wir nicht, wie lange die Wirtschaft und das öffentliche Leben auf Sparflamme fahren werden.

2. Fördermöglichkeiten und Liquiditätshilfen ausloten

Die Bundesregierung will kurzfristig verfügbare Liquiditätshilfen zur Verfügung stellen. Das ist für Freiberufler enorm wichtig, denn das Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Coronavirus des Bundeswirtschaftsministeriums enthält sowohl Klauseln, die den Antrag auf Steuerstundung deutlich erleichtern. Dank dieser Vereinbarung kannst du den Zeitpunkt deiner Steuerzahlungen nach hinten schieben und sicherst dir so kurzfristig zusätzliche Liquidität. Wenn du zum Beispiel deine Umsatzsteuer monatlich deklarierst, kannst du über deinen Steuerberater beim Finanzamt anfragen lassen, ob eine Umstellung auf viertel- oder halbjährliche Zahlung möglich ist. Auch soll es möglich sein, die Steuervorauszahlungen, die Freiberufler auf Basis ihres letzten Jahreseinkommens an das Finanzamt bezahlen müssen, schon jetzt anzupassen, wenn es absehbar ist, dass dein Einkommen deutlich geringer als letztes Jahr ausfallen wird.

Zudem sind besonders günstige Kredite und ein Notfallfonds als Förderung für Freiberufler im Gespräch. Die Kreditvergabe soll insbesondere für Freiberufler, Selbstständige und kleinere Unternehmen erleichtert werden. So hat die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) die Zugangsbedingungen und die Konditionen für Unternehmenskredite für die Zeit während der durch das Coronavirus bedingten Wirtschaftskrise verbessert. Ein Kredit kann eine gute Lösung sein, um kurzfristig den finanziellen Ausfall bei einer freien Tätigkeit abzufedern. Dennoch: Sich allein auf eine Fördermöglichkeiten und Finanzhilfen zu verlassen, reicht nicht aus. Deshalb sollten Freiberufler...

3. An neue Aufträge kommen

Es mag zunächst komisch klingen, aber gerade jetzt sollten Freiberufler sich „auf die Akquise machen“. Denn, auch wenn aktuell Aufträge wegbrechen, irgendwann ist die COVID-19-Krise vorbei und dann kannst du wieder voll durchstarten – vorausgesetzt du hast Anfragen und neue Aufträge auf dem Tisch. Die kommen natürlich nicht von allein. Deshalb solltest du an deiner Akquisestrategie arbeiten und Bestandskunden sowie alte Kunden ansprechen. Die "häusliche Quarantäne" hat auch etwas Gutes: Viele Unternehmen lassen Angestellte und Mitarbeiter  jetzt von zu Hause arbeiten, d.h. deine Ansprechpartner sitzen am Computer (anstatt in Meetings), lesen ihre E-Mails und du kannst sogar mit mehr Aufmerksamkeit rechnen, als zu normalen Zeiten. Nicht zuletzt gibt es natürlich auch Branchen, die gerade auf Hochtouren laufen (wie z.B. Gesundheitswesen oder Lebensmittel-Einzelhandel) – vielleicht ist das deine Chance, den Einstieg in eine neue Tätigkeit zu schaffen? Noch ein Tipp: Google Hangout, Skype und Whatsapp – nie war das Internet so wertvoll wie heute, um seine sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten. Vernetze dich mit anderen freiberuflich arbeitenden Kollegen, die in einer ähnlichen Situation wie du sind. Ihr könnt euch gegenseitig unterstützen und austauschen, wie Freiberufler die aktuelle Lange am besten überstehen können.

4. Zeit sinnvoll nutzen

Akquise und Networking sind schon mal ein guter Anfang, um die neue freie Zeit sinnvoll zu füllen. Daneben sollten Freiberufler aber auch in ihre (nicht-materielle) Zukunft investieren und sich zum Beispiel weiterbilden. Denn die freigewordene Zeit ist auch eine Chance sich mit Themen zu beschäftigen, die im normalen Alltag oft zu kurz kommen. Was du tun kannst? Hier ein paar Anregungen: Sind du und dein Business up-to-date im Bereich Datenschutz? Ist deine Strategie aktuell noch die richtige? Was wolltest du schon immer wissen, hattest aber keine Zeit, dich damit zu beschäftigen?

5. Altersvorsorge und Sparpläne pausieren

Wie unter Punkt 1 schon angesprochen, kannst du deine Kosten auch reduzieren, indem du deine Sparraten und Altersvorsorgebeiträge für Freiberufler aussetzt. Aussetzen heißt pausieren und nicht stornieren, denn das ist oft teuer (wenn es überhaupt geht) und sorgt nicht dafür, dass du am Ende finanziell besser da stehst (weil in der Regel oft hohe Abschläge fällig werden). Als Freiberufler kannst du beispielsweise deinen Rürup- oder Riester-Vertrag über einen festgelegten Zeitraum beitragsfrei stellen. Dafür brauchst du nur einen kurzen Antrag ausfüllen, den du im online finden kannst – oder du fragst deine Versicherung. Wenn du ein Konto bei Vantik hast, brauchst du sogar gar nichts weiter tun, weil du bei uns sowieso frei und selbst entscheidest, wann und wie viel du investierst. Wenn du dein Vantik-Konto also ruhen lassen willst, zahlst du einfach nichts mehr ein bis es finanziell wieder besser geht. So einfach geht das.

6. Weitere Tipps für Freelancer und Co.

Wir haben für dich und alle, egal ob in einem Freien Beruf tätig oder angestellt, einige hilfreiche und interessante Links zum Thema Freiberufler, Selbstständige und Coronavirus  zusammengestellt:

·   Das müssen Selbstständige und Firmen in Corona-Not jetzt wissen

·   Fallzahlen – Robert Koch Institut

·   Weltkarte mit Coronafällen – Johns Hopkins Universität

·   FAQs zu Corona – ZEIT

Schließlich gibt es aktuell eine Petition, die Stimmen für „Finanzhilfen von Freiberuflern und Künstlern während des Corona-shutdowns” braucht. Der Initiator der Petition will erreichen, dass über das bereits bestehende Maßnahmenpaket hinaus Freiberufler mit weiteren Finanzhilfen unterstützt und in Zeiten des Coronavirus besonders gefördert werden.

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Til Klein
#UnfuckAltersvorsorge ist das Motto von Ex-Banker und Vantik Gründer Til. Wenn er nicht gerade neue Pläne schmiedet oder mit Investoren spricht, spielt er mit seinem Hund Speedy in den Schweizer Bergen.

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