Kriege ich weniger Rente, weil ich eine Frau bin? - Vantik
vor 3 Monaten

Kriege ich weniger Rente, weil ich eine Frau bin?

Die Antwort auf diese Frage? Jein.

Das Geschlecht hat zwar keinen offiziellen direkten Einfluss auf deine Rente, aber auf jeden Fall eine indirekte. Das wird deutlich, wenn man sich die (erschreckenden) Statistiken anschaut. Der Rentendurchschnitt in Deutschland liegt bei 1.050€. Das ist genau an der Armutsschwelle und macht Altersarmut leider zur Realität für viele Menschen. Für Frauen sieht es aber noch trüber aus, denn es gibt einen deutlichen Unterschied der Renten zwischen den Geschlechtern. Ein Mann erhält durchschnittlich 1.171€ Rente, Frauen erhalten nur 685€. Frauen erhalten also nur 60% der Rente, die Männer bekommen. Aber... woran liegt das?

Frauen haben kürzere Beitragszeiten. Auch wenn die Zahl der Männer steigt, die sich um die Kindererziehung kümmern während die Frau arbeiten geht, ist es immer noch so, dass Frauen in der Regel öfters diese Rolle übernehmen. Logischerweise führt dies automatisch dazu, dass Frauen nicht so lange in die Rentenkasse einzahlen wie Männer.

Frauen bekommen weniger Gehalt. Leider ist es auch immer noch so, dass Frauen weniger Gehalt als Männer bei gleicher Tätigkeit und gleicher Qualifikation bekommen. Im Durchschnitt verdienen Frauen 6% weniger Bruttolohn pro Stunde als Männer.

Frauen arbeiten öfter als Teilzeitangestellte. Viele Frauen hören, wenn sie eine Familie gründen, nicht komplett auf zu arbeiten, sondern arbeiten weiterhin in Teilzeit. Daraus resultierend zahlen sie auch wieder deutlich weniger in die Rentenkasse ein als Männer.

Frauen übernehmen öfters Minijobs. Vielfach arbeiten Frauen in Minijobs, die nicht sozialversicherungspflichtig sind. Im Umkehrschluss, zahlen sie dann logischerweise nicht automatisch in die Rentenkasse ein und haben auch keinen Arbeitgeben, der die Hälfte davon übernimmt.

Das ist erst einmal ziemlich ernüchternd. Bei manchen Situationen können Frauen jedoch noch Möglichkeiten nutzen, um mehr aus ihrer gesetzlichen Rente zu holen.

  1. Ausbildungszeit vermerken. Wenn du eine Ausbildung gemacht hast, hast du bereits Rentenbeträge bezahlt, klar. Was aber viele vergessen ist, dass man seine Ausbildungzeiten im Versicherungslauf auch als solche vermerken lassen sollte. Wieso? Die Zeit in der Ausbildung werden höher gewertet, als es dem eigentlichen Verdienst entspricht (sprich: mehr Rente!).
  2. Arbeitslos melden. Oftmals meldet man sich zwischen Schule, Ausbilundg oder auch zwei Jobs nicht arbeitslos. Weil man vielleicht reisen geht oder schon den nächsten Job in Aussicht hat. Man sollte sich jedoch unbedingt arbeitslos melden, denn in diesem Zeitraum übernimmt das Arbeitsamt die Zahlungen für die Rentenbeiträge. Zudem sollte man sichergehen, dass im Versicherungsverlauf auch auf die Arbeitslosigkeit hingewiesen wird. Diese zählt nämlich auch als Anrechnungszeit.
  3. “Brutto für Netto” — Mini-Job Dilemma. Ein Mini-Job kann viele Vorteile mit sich bringen, aber auch einige Schwierigkeiten, denn viele verzichten dabei auf die Beiträge zur Rente. Man sollte jedoch den Pauschalbetrag, der vom Arbeitgeber gezahlt wird, selbst aufstocken. Das sind nur 3,7%, die aber aber die Rente später erheblich beeinflussen können.
  4. Mutterrente. Oftmals beantragen Frauen, die “nur” Mutter bzw. Hausfrau waren keine Rente. Wichtig zu beachten ist jedoch, dass dank der Höherwertung der Kindererziehungszeiten Eltern, die keinen Beruf ausgeübt haben, eine Rente erhalten können. Für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde bekommen Eltern zwei Renten-Jahre gutgeschrieben (zukünftig sind drei geplant). Wenn man 5 Jahre erreicht (beispielsweise durch eine Ausbildung), dann hat man bereits ein Recht auf Rente.

Aber selbst wenn Frauen diese Möglichkeiten nutzen, ist es unglaublich wichtig, dass sie außerdem privat vorsorgen. Und mit Vantik geht das super flexibel und ist zudem auch verständlich. Überzeugt euch selbst.

Leandra Ullrich

Leandra entschlüsselt den Finanzjargon, sodass auch die weniger finanzversierten Menschen verstehen, was ein ETF überhaupt sein soll.